Schreibblockade?

Viele Autorinnen und Autoren leiden darunter: Die Schreibblockade macht ihnen arg zu schaffen. Sie sitzen vor der leuchtend weißen Seite des Computers und nichts geht mehr. Sie wissen nicht mehr, wie und wo sie anfangen sollen, was sie eigentlich wirklich schreiben möchten, wie die Geschichte ablaufen soll. Plötzliche Leere im Kopf oder zu viele Gedanken, die kreuz und quer durch den Kopf schießen, verursachen diese so bekannte Blockade. Oft ist es auch ein Stressfaktor, der auftritt, weil die Autorin / der Autor funktionieren, schaffen, in einer gegebenen Zeit produzieren muss.

Ich habe in den letzten zwei Jahren, in denen ich wieder intensiv zu schreiben begonnen habe, nie mehr unter diesem Phänomen gelitten, allerdings macht mit ein anderes Problem zu schaffen: Oft komme ich gar nicht bis vor die weiße Seite. Wenn ich viel anderes im Kopf habe, dann bringe ich es nicht zustande, mich vor den Computer zu setzen. Ich weiß zwar genau, was ich schreiben möchte, aber ich komme nicht genug zur Ruhe, um es zu tun. Habe ich dann endlich die Word-Seite geöffnet, ist alles in Ordnung, ich beginne zu schreiben und komme gut voran.

Die leuchtend weiße Seite –
der Feind vieler Schriftsteller*innen

Ich schreibe die erste Version meiner jeweiligen Texte sehr schnell herunter – vielleicht auch aus Angst vor der leeren Seite. Bei mir muss da zuerst einmal eine Rohfassung existieren, damit ich gut arbeiten kann. Diese Rohfassung wird dann immer wieder überarbeitet, manchmal auch eine Weile liegen gelassen, um ein wenig Abstand zu gewinnen. Vielleicht habe ich deshalb keine Schreibblockade, weil ich einfach alles aus mir heraussprudeln lasse und es erst dann umformuliere, kürze oder ergänze?

Leider brauche ich zum Schreiben aber meine Ruhe. Die Bedingungen müssen ideal sein, damit ich mich konzentrieren kann. Auch wenn daheim zu viel los ist, kann ich mich nicht sammeln und finde den Weg zu meiner leeren Word-Seite nicht. Oft sperre ich mich ein oder aus (auf die Terrasse), setze meine Kopfhörer auf, schalte meine Lieblingsmusik – entweder klassische Musik oder Hits aus den 80ern und 90ern – ein und schaffe mir so die besten Bedingungen zum Schreiben. Und wehe, wenn mich dann jemand stört!

So wirke ich der Schreibblockade entgegen. Die im Moment noch nicht zu meinen Schwierigkeiten gehört. Mein Problem ist eher berufs- und familienbedingter Zeitmangel und die Tatsache, dass ich in stressigen oder belasteten Zeiten nur schwer zur Ruhe komme. Allerdings hilft mir das Schreiben, eine gewisse innere Ruhe und ein inneres Gleichgewicht zu finden. Deshalb muss ich mir konsequent die Zeit zum Schreiben nehmen. Weil es für nicht nur ein Hobby, sondern vielmehr eine Art Therapie und Meditation ist.

Autorin – es geht nicht nur ums Schreiben!

Viele denken, dass Schriftsteller(in) ein Traumjob ist. Und das stimmt auch, weil eigentlich alle, die schreiben, es aus Leidenschaft tun. Allerdings ist es für die meisten nur ein Nebenjob, der ihnen sehr wenig Einkommen beschert. Nur einige wenige Autor(inn)en können von ihrer schriftstellerischen Tätigkeit leben. Und wahrscheinlich schreiben diese wenigen auch nicht rund um die Uhr, sondern starten die verschiedensten Aktionen, um ihre Bücher zu vermarkten.

Mir wird langsam bewusst, dass das Schreiben nur ein Teil meiner Tätigkeit ist. Wenn ich mein Buch wirklich effizient vermarkten will, dann muss ich auch selbst Werbung dafür machen und beim Marketing Hand anlegen. Ich muss mein Buch und mich selbst als Autorin bekannt machen, überall, wo es nur geht. Das ist harte Arbeit, und vor allem habe ich als Neueinsteigerin damit noch keine Erfahrung.

Die Social Medias sind sehr hilfreich. Vor allem trete ich auf Instagram und Facebook mit anderen Schriftsteller(inne)n in Kontakt, die ihre Erfahrungen teilen. Ich sehe, wie sie arbeiten, wie sie Werbung für ihre Bücher machen und kann mich und mein Buch ohne Kostenaufwand präsentieren. Es freut mich auch, meine Bilder schön darzustellen und eine Geschichte zu jedem Bild zu erzählen. Und ich liebe es, die Beiträge von Kolleg(inn)en zu lesen und darauf zu reagieren, auszutauschen. Auf Lovelybooks kann ich mich direkt an Leser(innen) wenden, die mir auch Feedback geben und Rezensionen zu meinem Buch schreiben. Ich kann Rezensionen zu anderen Kriminalromanen lesen und mir ein Bild vom Buchmarkt machen.

Aber leider wird mir bewusst, dass das noch nicht reicht und dass es mehr braucht als eine nett gestaltete Webseite, einen hübschen Instagram-Feed, ein attraktives Facebook-Profil, ein Profil auf Lovelybooks und einen Blog. Tja, heutzutage muss ein(e) Schriftsteller(in) sogar als Verlagsautor(in) Spezialist(in) in Marketing, Vertrieb und Public Relations sein! Oder Geld in die Hand nehmen, um das eigene Buch effizient zu vermarkten.

Daher: Das Schreiben ist sicherlich eine sehr romantische und angenehme Tätigkeit. Aber auch das Buch ist ein Produkt, das heute dem Markt unterworfen ist und auf diesem Markt sehr häufig untergeht.

Viele Schriftsteller(innen) schreiben für sich, als Hobby, und freuen sich, wenn ihr Buch wider Erwarten gut verkauft wird. Aber jede Autorin und jeder Autor würde insgeheim gern von seiner schriftstellerischen Tätigkeit leben. Einige wenige haben das riesige Glück, ohne großen Aufwand viele Exemplare schnell zu verkaufen. Doch die meisten müssen auch dafür, wenn erst einmal das Buch aufliegt, weiterhin hart arbeiten.