Neues aus Marseille

Die letzten drei Tage war der Staatspräsident Macron auf Besuch in Marseille. Er kam aufgrund des „Congrès Mondial de la Nature“, eines internationalen Umweltkongresses, bei dem über Klimaschutz, Vermeidung von Plastikmüll, Schutz der Meere und viele andere Umweltanliegen beraten wird.

Aber er kam auch, um die Stadt Marseille zu unterstützen und ihr Hilfe im Kampf gegen die Kriminalität und den Verfall gewisser Stadtviertel zuzusagen.

Marseille ist schon seit Jahrzehnten das Sorgenkind aller französischen Präsidenten. Die Stadt leidet unter Armut, Kriminalität und Baufälligkeit. Unzählige Stadtviertel sind davon betroffen. Die meisten befinden sich nördlich des Zentrums. Die berüchtigten „Quartiers Nord“ sind ein Sargnagel für die lokalen, regionalen und nationalen Politiker, denn das Problem scheint unlösbar.

Riesige, zum Großteil sehr veraltete Gebäudekomplexe, nicht vorhandene Infrastrukturen, baufällige Schulen und eine große Bevölkerungsdichte charakterisieren diese Vorstädte, in denen eine hohe Kriminalitätsrate herrscht. Aber nicht nur die Vorstädte bereiten in Marseille Probleme. Vor drei Jahren stürzten zwei alte Wohngebäude im Stadtzentrum ein und mehrere Einwohner wurden unter den Trümmern begraben. In der Tat ist in Marseille der veraltete Wohnbau in vielen Stadtvierteln ein großes Problem.

ein Teil der nördlichen Stadtviertel
vom Meer gesehen

Der Staatspräsident sagt der Stadt Marseille wichtige finanzielle Mittel zu, um die Vorstädte zu sanieren, die größten Gebäude abzureißen und die baufälligsten Altbauten zu renovieren. Er erklärt den Drogenringen den Krieg: Bedeutend mehr Polizisten, mehr Staatsanwälte und Richter sollen eingestellt werden, zudem sollen Kameras den Banditen ihr Handwerk erschweren. Nur durch die strafrechtliche Verfolgung kann die Stadt der Banden Herr werden, beteuert er. Ihm ist bewusst, dass diese Maßnahmen anfangs mehr Unruhen hervorrufen, aber letztendlich Erfolge im Kampf gegen die Kriminalität erzielen werden. Vor allem spricht Macron sich auch dafür aus, an die zwanzig Schulen, die in einem sehr schlechten Zustand sind, von Grund auf renovieren zu lassen, damit die Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler dort erträglich werden. Zu tun gibt es genug und die finanziellen Mittel müssen nun effizient eingesetzt werden.

Marseille war immer schon ein politisch schwieriges Pflaster und die Stadtverwaltung braucht die Hilfe des Staates. Allerdings versichert der Staatspräsident den Stadtpolitikern, dass er Marseille nicht unter Kuratel stellen will, sondern vielmehr eine wirkungsvolle Zusammenarbeit mit ihnen schaffen möchte.

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